Prognose
Die HIV- Infektion ist eine ansteckende, unbehandelt zum Tode führende Erkrankung. Seit mehreren Jahren stehen uns zahlreiche Medikamente zur Verfügung, mit denen sich die Vermehrung des Virus in der menschlichen Helferzelle wirksam unterdrücken lässt und zwar über Jahre sehr erfolgreich.
Das A und O für diesen Erfolg ist die
Compliance (Therapie-Treue)
des Patienten. Nur die regelmäßige Einnahme seiner Medikamente garantiert den Erfolg der Therapie, die Stabilisierung seines Immunsystems und die wirkungsvolle Unterdrückung seiner Virusvermehrung.
Verlauf
Der Verlauf einer HIV- Infektion ist bei jedem Menschen anders. Wann die Krankheit Aids ausbricht, lässt sich nicht voraussagen.
Regelmäßige Blutuntersuchungen aller drei Monate sind hilfreich, den Verlauf der Erkrankung zu betrachten. Gemessen wird die Viruslast, die Zahl der Viren pro Milliliter Blut, und die Zahl der Helferzellen, gemessen pro Mikroliter Blut.
Je höher die Viruslast ist, um so schneller wird das Immunsystem zerstört. Je niedriger die Helferzellen sind, desto ausgeprägter ist die Immunschwäche.
So lange die Helferzellen reichlich vorhanden sind, das Kraftwerk Immunsystem noch arbeiten kann, desto unauffällig und symptomfrei ist der Verlauf der HIV- infektion, manchmal über Jahre.
Erst bei niedrigen Helferzellen, in der Regel unter 100, treten die lebensgefährlichen opportunistischen Infektionen auf, die Krankheit ist ausgebrochen und heisst Aids.
Beginn der Kombinationstherapie
Auch der Beginn einer Therapie ist individuell zu entscheiden. Bei Symptomen, bei opportunistischen Erkrankungen sollte man sofort beginnen.
Ansonsten ist heute allgemein für fast alle HIV- Behandler der Beginn einer Therapie angesetzt bei etwa 250 bis 300 Helferzellen.
Da der Beginn einen wirklichen Einschnitt in das Leben des Patienten bedeutet, sollte das Für und Wider sorgfältig abgewogen werden, alle therapeutischen und sozialtherapeutischen Hilfen sollten genutzt werden.
Besonders wichtig ist die individuelle gefestigte Vertrauensbasis zwischen Ärztin und Patient. Der Patient kann zwar alle Informationsquellen nutzen, in letzter Instanz muss er doch seinem spezialisierten Arzt vertrauen.
|